Well Timed in einem großen Finale

Ullmann-Stute bringt sich unter Jockey Filip Minarik für den Henkel-Preis der Diana ins Gespräch.
Viele Überraschungen beim gut besuchten BMW-Renntag, Grafenberg-Trainerin Anja Kleffman gelingt ihr erster Sieg mit Amazing Moon.


Die dreijährige Stute Well Timed hat sich am Pfingstsamstag mit ihrem Sieg im Preis der BMW Niederlassungen NRW (25.000 Euro Preisgeld) für den am 5. August stattfindenden Henkel-Preis der Diana, Deutsches Stutenderby ins Gespräch gebracht. Mit ihrem Jockey Filip Minarik schaffte die im Besitz des Stalles Ullmann (Bergheim) stehende Hoffnungsträgerin einen sicheren Erfolg in diesem Listenrennen über 2.100 Meter. Es war ihr zweiter Sieg beim dritten Start. Sword Peinture (Jozef Bojko) belegte Rang zwei vor der großen Außenseiterin Attention Run (Stephen Hellyn). Die genannten Pferde haben alle eine Nennung für den Düsseldorfer Saisonhöhepunkt am ersten Augustsonntag auf dem Grafenberg.

Im Stile eines Klassepferdes setzte sich Well Timed in einem Rennen aus der Reserve am Ende immer besser in Szene. Siegtrainer Jean Pierre Carvalho: „Sie zeigt sich mit nur drei Rennen in ihrem Leben wie ein echter Profi. Aus diesem Holz sind Rennpferde. Kompliment an Filip Minarik, er hat Well Timed eine gute Lage im Rennen verschafft, die dann alle Angriffe abwehrte. Wir laufen vor der Diana noch einmal, entweder in Berlin oder Hamburg“. Der Siegtoto zahlte 53:10.

6000 Besucher erlebten beim traditionellen BMW-Renntag auf dem Grafenberg eine ereignisreiche Veranstaltung mit zahlreichen Überraschungssiegen. Bei guten äußeren Bedingungen genossen viele Zuschauer die Frühlingstemperaturen, ob am Führring, auf den Tribünen oder im gut besuchten Biergarten. Und besonders die neuesten Automobile der bayerischen Autoschmiede fanden beim Publikum großes Interesse.

Mit einer faustdicken Überraschung begann der Renntag. Im Preis der Marke BMW M über 1.700 Meter gewann die 111:10 Außenseiterin Madita aus dem Formstall von Dr. Andreas Bolte (Lengerich) gleich bei ihrem Debüt. 4 ¾ Längen betrug der eindrucksvolle Vorsprung der Soldier Hollow-Tochter des German Racing Clubs von Besitzer Sven Goldmann (Berlin) im Ziel. „Ich werde einen möglichen Start im Hoppegartener Auktionsrennen mit dem Besitzer diskutieren. Drei Wochen bis dahin sind eigentlich etwas knapp“, resumierte Siegtrainer Andreas Bolte im Absattelring die Glanzvorstellung von Madita.

Und auch im Stehermarathon, Preis der BMW-Niederlassung Bonn über lange 2.950 Meter, rollte der Dr. Andreas Bolte-Express mit Jahressieg Nr. 17 weiter. Mit dem Italiener Michael Cadeddu im Sattel hatte die vierjährige Stute Koschawa den längsten Atem. Der Sieg-Toto zahlte 78:10. Lange sah es nach einem Erfolg der holländischen Gaststute Weltwunder mit Robin Weber im Sattel aus, die unterwegs deutlich das zehnköpfige Feld anführte. Am Ende entschieden allerdings die besseren Reserven für die im Besitz von Christian Schröder (Hannover) stehenden Kamsin-Tochter. Siegtrainer Dr. Andreas Bolte: „Tolle Leistung von Stute und Reiter, Koschiwa lief heute erstmals auf dieser Extremdistanz, die sie auch benötigt. In Deutschland wird es auch in Zukunft schwieriger, ein passendes Rennen zu finden“.

Neun Pferde trainiert Bohumil Nedorostek in Hannover-Langenhagen. Der vierjährige Hengst Dictator im Besitz seiner Ehefrau Mariola überraschte im Preis der Marke Mini, einem mittleren Handicap über 1.700 Meter. Im Sattel des 87:10 Außenseiters saß der Holländer Adrie de Vries, der seine Gegnerin Pensante (Andrasch Starke) ganz zuletzt noch abfing. Bemerkenswert in diesem Rennen: die Dreierwette zahlte lukrative 34.341:10 für den Einlauf Dictator - Pensante - Tweet Lady.

Im Amateurrennen, dem 6. Lauf der Sport Welt Amateur Trophy über 1.500 Meter, setzten sich die Erfolge der Außenseiter an diesem sonnigen Nachmittag fort. Grafenberg-Trainerin Anja Kleffman trainiert sein eineinhalb Jahren die fünfjährige Stute Amazing Moon, ihre einzige Galopperin auf der Düsseldorfer Parkbahn. Und diese fünfjährige Stute hatte nach 1:32,95 Minuten einen sehenswerten Sieg, den ersten für Pferd und Trainerin, geschafft. Lena Matthes (Troisdorf) saß im Sattel. Auf den Plätzen hatten Stanley Daley (Luisa Steudle) und Veteran Marolo (Silke Brüggemann) das Nachsehen.

Während HSV-Profi Lewis Holtby abgestiegen ist, hat sein vierbeiniger Namensvetter, im Training bei Andreas Friebel in Solingen, eine famose Leistung geboten. Im Preis der BMW Niederlassung Düsseldorf über 2.100 Meter hatte der siebenjährige Wallach unter dem deutschen Co-Champion Alexander Pietsch eine sehenswerte Siegvorstellung gezeigt. Ganz zum Schluß startete Adrie de Vries auf der Favoritin Picadilly noch einen Angriff, doch hatte sich Holtby den entscheidenden Vorteil bereits gesichert. Den Volkseinlauf komplett machten Ossiline vor Dylan. „Holtby hatte sich in Köln zuletzt bereits angekündigt, allerdings passten ihm die heutigen Bodenverhältnisse viel besser“, so die Siegtrainerin.

Nicht mehr sieglos ist die dreijährige Stute Cherry Lady aus dem Gestüt Brümmerhof der Familie Baum(Soltau). Siegreiter Andrasch Starke schaffte mit der Soldier Hollow-Tochter einen ungefährdeten Erfolg in der sechsten Tagesprüfung (Preis der BMW Niederlassung Essen)über 1.400 Meter gegen die lange führende Moment for Life, die sich mit dem Ehrenrang begnügen musste. Der achtfache deutsche Meister markierte mit dem Sieg seinen 25. Saisontreffer und führt damit die deutsche Jockeystatistik weiter an. Starke möchte unbedingt im Winter wieder in Japan reiten. Dafür muss der in Stade geborene Klassereiter erneut das Championat holen. Siegtrainer Peter Schiergen: „ Cherry Lady hat heute ihre schwächeren Formen von zuletzt korrigiert. Die Stute hat keine Nennungen für bessere Rennen, deshalb machen wir in einem Siegerrennen mit ihr weiter. Heute hat alles problemlos gepasst“.

Ein passendes Geburstagsgeschenk lieferte die fünfjährige Stute Linnova für ihre Besitzerin Annika Daunheimer aus Lörrach. Im Preis der BMW Motorradzentren NRW über 2.200 Meter gelang der Linngari-Tochter ein ungefährdeter Sieg für Trainerin Regine Weißmeier (Sonsbeck). Ihr Sohn Fabian kam bei einem Rennen aus der Reserve sicher hin. Auch die zweitplatzierte Nightdance Scala (Andrasch Starke) wußte bei ihrem Ehrenplatz zu gefallen vor dem lange führenden Kings Hollow (Robin Weber). „Linnova hatte sich schon bei ihrem letzten Start in Magdeburg als Zweite angekündigt. Jetzt fahren wir mit Aufgewicht nach Baden-Baden. Aber das sah nach mehr aus“, so Joachim Weißmeier, der Ehemann der Trainerin im Absattelring.

In der finalen Tagesprüfung, dem Preis der BMW Marke i über 2.200 Meter konnte sich der Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins Albrecht Woeste und sein Stall Grafenberg über einen ungefährdeten Erfolg ihres vierjährigen Hengstes Parlan freuen. Unter dem Franzosen Marc Lerner war der vom Kölner Trainer Waldemar Hickst vorbereitete Lord of England-Sohn als 16:10 Favorit in der Distanz zur Stelle und verwies Angel Music (Adrie de Vries) und Nordtänzer leicht auf die Plätze. Knapp drei Längen betrug der Vorteil des eindrucksvollen Siegers im Ziel. Mitbesitzer Albrecht Woeste: „Eine tolle Vorstellung von Parlan, der demnächst in Hamburg wieder an den Start kommen soll.

(19.05.2018)