Diamanta überrascht alle

245:10 Außenseiterin gewinnt sensationell unter Jockey Maxim Pecheur den 161. Henkel Preis der Diana

Diamanta aus dem Champion-Rennstall von Trainer Markus Klug aus Rath-Heumar, hat am Sonntag den 161. Henkel-Preis der Diana – German Oaks in Düsseldorf gewonnen. Mit Jockey Maxim Pecheur (27) setzte sich die drei Jahre alte Stute des Gestüts Brümmerhof (Sottrum) in dem mit 500.000 Euro dotierten 2.200 Meter-Klassiker gegen Naida (Bauryzhan Murzabayev) und Durance (Andrasch Starke) durch. Das Gestüt Brümmerhof erhält für seinen ersten Erfolg im Stutenderby 300.000 Euro Preisgeld zuzüglich Züchterprämien. Es war sowohl für den Siegtrainer Markus Klug als auch für den Jockey Maxim Pecheur der erste Karriereerfolg in diesem deutschen Klassiker. Der siegreiche Besitzer und Züchter Gregor Baum verfolgte das Rennen übrigens aus dem Feriendomizil auf Sylt, war nicht live vor Ort. „Diamanta hatte ein Traumrennen, ich freue mich so sehr für den Besitzer, der mit Anna Pivola vor Wochenfrist eine weitere Starterin wegen Verletzung abmelden musste und jetzt sein erstes Stuten-Derby gewonnen hat“, so Siegtrainer Markus Klug sichtlich gerührt. Eine Randnotiz: Mitfavoritin Ismene büßte am Start bereits ihre Chancen ein, als sie ihren Reiter Filip Minarik ins Grün setzte. Beide blieben unbeschadet. Das Pferd lief ohne Reiter bis ins Ziel.

Mit der Briefmarke zum Siegesglück

Im zweiten sportlichen Hauptereignis, dem zur Gruppe III zählenden Fritz Henkel Stiftung-Rennen (55.000 Euro Preisgeld) über 2.400 Meter, gab es ebenfalls eine Riesenüberraschung. Unter dem vierfachen deutschen Jockeychampion Filip Minarik schaffte der dreijährige Wallach Bristano (129:10) als Briefmarke (trug mit 52,5 Kilos das leichteste Gewicht im Rennen) und längster Außenseiter im Feld für den bulgarischen Trainer Miltcho Mintchev (Köln) einen Überraschungserfolg. Das Nachsehen hatte der Derbydritte Accon und Oriental Eagle auf den Plätzen. „Unser wichtigstes Saisonziel bleibt der Preis von Europa im September in Köln“, so der Siegtrainer.

Vom letzten Platz zum Sieg

„Was für ein Speed“, freute sich Peter Michael Endres, Präsident des Düsseldorfer Reiter- und Rennvereins und Mitbesitzer von Virginia Joy“. Die Auenquellerin hatte mit dem „fliegenden Holländer“ Adrie de Vries im Sattel vom letzten Platz kommend das gesamte Feld im einleitenden Persil-Rennen pulverisiert. Ein sehenswerter Sieg der Zweijährigen beim Lebensdebüt, die keine Nennungen für bessere Rennen innehat. „Sie vertritt eine späte Familie, aber wir werden schon ein passendes Rennen in der Zukunft für sie finden“, zeigte sich Siegtrainer Jens Hirschberger (Mülheim/Ruhr) überzeugt“. Auf den Plätzen dieser Zweijährigenprüfung wußten aber auch Night Fever für Robert Lerner und Stall Lintecs Lips Eagle zu gefallen.

Ein kurzer Kopf entscheidet

„Etwas unerwartet“, kommentierte Asterblüte-Trainer Peter Schiergen den Kampferfolg von Gestüt Ammerlands Bahama Girl im Pritt-Rennen, die mit einem kurzen Kopf die Oberhand über Salve Annetta behielt. Dabei zeigte Jockey Andrasch Starke, der neunfache deutsche Meister, seine ganze Jockeyship. „Die Stute brauchte einige Zeit und ist immer noch in der Entwicklung. Darauf lässt sich heute aufbauen“, so Peter Schiergen“.

In der ersten Wettchance des Tages setzte Trainer Dr. Andreas Bolte aus Lengerich Maßstäbe, denn seine Pferde Feuerlilie und Alenza macht das Ende im Got2b-Rennen, Ausgleich III unter sich aus. Schließlich imponierte Rene Piechulek mit Feuerlilie am meisten und hielt den Sieg sicher gegen Stallgefährtin Alenza ganz fest. Der lange prominent wirkende Footloose gefiel aber auch für Rang drei auf den Plätzen. Zur Siegerin Feuerlilie meinte Dr. Andreas Bolte: „Sie muss ein gutes Pferd sein, wenn man bedenkt, dass sie immer außen herum in dritter Spur ging“.

Siebter Sieg für Mockingjay

Dieses Pferd ist ein Phänomen. Seinen fünften Erfolg in Serie bei fünf Starts in diesem Jahr und der siebte insgesamt ließ die Düsseldorfer Tribüne in der Endphase des Pattex-Rennens, Ausgleich II, 1.700m erbeben. Mockingjay, ein 6000 Euro-Kauf, wird immer mehr zur galoppierenden Sparkasse für Besitzerin Steffie Schröder. Marco Angermann aus Leipzig zeichnet als Trainer dieses ungewöhnlichen Pferdes verantwortlich. Eine Geschichte wie sie nur der Rennsport schreiben kann. Jockey Bauryzhan Murzabayev landete mit Mockingjay zudem seinen 66. Jahrestreffer und führt die Rangliste weiterhin an.

Beim 18. Versuch schaffte Barteaux im Pril-Rennen über 1.700 für Besitzer-Trainerin Claudia Römer aus Weilersweist endlich den ersten Lebenstreffer. Jockey Alexander Pietsch wehrte alle Angriffe der Konkurrenz in der Zielgeraden erfolgreich ab. Lange sah es nach Burma King aus, der an der Außenseite zwar schnellstes Pferd war, allerdings über die gesamte Breite der Bahn seine gerade Linie verließ. Am Ende blieb zumindestens ein respektabler Ehrenrang.

Im letzten Galoppsprung

Spannung bis zur Linie gab es auch im Schwarzkopf-Rennen, Ausgleich III. Dabei landete Erfolgsjockey Bauryzhan Murzabayev seinen zweiten Siegtreffer des Tages auf Dictator, der im letzten Galoppsprung Forgo und die lange führende Glady Mary noch abfing.

Septimer im Marathon

Ulrike und Heiner Aick durften sich über einen verdienten Sieg ihres Maxios-Sohnes Septimer freuen, der Andrasch Starke seinen zweiten Tagestreffer bescherte. Christian Freiherr von der Recke trainiert den Vierjährigen in Weilerswist. Gefallen konnte auch Nantano auf Rang zwei und Lokalmatador Picks Flight, für den Fortuna-Ikone Axel Bellinghaussen es gerade noch zum Start des Wallachs geschafft hatte. Zeitgleich fand nämlich auch der Fortuna-Familientag statt. Jedenfalls saß Lilli Engels beim dritten Rang erstmals im Sattel von Lokalmatadors, der übrigens noch nie außerhalb der Geldränge gelandet ist.

Der Düsseldorfer Saisonhöhepunkt hielt wirklich alles, was sich die Verantwortlichen versprochen hatten. Es war das erwartete sportliche und gesellschaftliche Top-Ereignis, das zum 14. Mal von Henkel getragen wurde. 20.000 Besucher pilgerten ab 13.00 Uhr auf die pittoreske Anlage und bildeten bei Kaiserwetter und sommerlichen Temperaturen einen würdigen Rahmen für den traditionsreichen deutschen Klassiker der dreijährigen Stuten. Spannende Zieleinläufe mit strahlenden Siegern sowie ein buntes Unterhaltungsprogramm. Diese Kombination von Spitzensport und Familienerlebnis-Tag dürfte alle Altersgruppen aufs Neue fasziniert haben. Einziges Manko: Die langen Schlangen an den Eintritts- und Wettkassen. Die nächste Galoppveranstaltung in Düsseldorf findet übrigens am 18. August mit dem Sparkassen-Rennentag statt. Im sportlichen Mittelpunkt steht dann der 33. Große Preis der Stadtsparkasse Düsseldorf.

(04.08.2019)